Hölderlins Halbbruder
Carl von Gok und die Rebkultur in Württemberg

Mit einer Einführung herausgegeben von Isolde Döbele-Carlesso
in Vorbereitung. 128 Seiten. 12 x 18 cm. Gebunden
ISBN 978-3-939333-11-1
EURO 12,-

Der sechste Band der Reihe „Weingeschichte – Historische Texte“ ist dem Wirken Carl von Goks als dem ersten Vorstand der 1825 gegründeten Gesellschaft für Verbesserung des Weines in Württemberg gewidmet.

Wie kein anderer hat sich Carl von Gok (1776–1849) in den 1820er und 1830er Jahren für den Weinbau und die Weinbereitung seines Landes eingesetzt. Auch war er der erste Württemberger, der intensiv im Bereich der Ampelographie (Rebsortenkunde) forschte und darüber publizierte. Es gelang ihm, bedeutende Persönlichkeiten der Politik und der Wissenschaft als Mitglieder für die Weinbauverbesserungsgesellschaft zu gewinnen. Ebenso rührig war er im Aufbau von Beziehungen zu Weinbauexperten anderer Länder. Vor allem der Austausch mit den Badener Lambert von Babo, Johann Metzger und Philipp Bronner gestaltete sich sehr fruchtbar.

Unter seinen Zeitgenossen war von Gok für seine Verdienste um die Rebkultur sehr geschätzt; von König Wilhelm I. wurde er dafür sogar geadelt. Als Weinbaufachmann geriet er, der über eine Schreiberausbildung zum Hof- und Domänenrat aufgestiegen war, jedoch bald in Vergessenheit. Im Schatten des großen Bruders Friedrich Hölderlin stehend, wurde und wird er an diesem gemessen und dabei in ein eher negatives Licht gerückt.

Mit dieser Publikation soll an Hölderlins Halbbruder erinnert werden, der sich „mit gründlicher Sachkenntnis, unverdrossenem Fleiß, mit großen Opfern von Zeit, Kraft und eigenen Mitteln“ für die Belange des württembergischen Weinbaus und die „Emporbringung seines Kredits“ stark gemacht hat.